25. 6. 2010!!! Drei im Menschenrechtsbereich aktive Juristinnen verlangen Asyl für alle Fremden, die als Kinder eingereist sind. Die Abschiebung von Arigona Zogaj wird von Richterschaft und Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Die Richterinnen Barbara Helige und Maria Wittmann-Tiwald sowie die
Anwältin Nadja Lorenz kritisieren bei einer Pressekonferenz Arigonas
Abschiebung. Im KURIER-Interview sprechen sie über die ausländerfeindliche
Stimmung im Land. · » Analyse: Asyl in Österreich Die Richter sind
mit politischen Äußerungen zurückhaltend, so fern es nicht um eigene Belange
wie Personalnot geht. Warum springen sie diesmal über ihren Schatten? · » Hintergrund: Einvernehmen über Ausreise · *1 Tiwald: Grundrechtsexpertin der Richtervereinigung
*2 Helige: Präsidentin dr Richtervereinigung, Vorsitzende der Ethik-Kommission
*3 Lorenz: Vorsitzende SOS Mitmensch, Menschenrechtsanwältin Artikel vom 25.06.2010 19:34 | KURIER | Ricardo Peyerl -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Offener Brief der Lehrerin des abgeschobenen Bernard:Bad Fischau-Brunn 20.3.2010
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Verantwortliche!
Freitag Morgen- Ein 9jähriger Bub verschwindet aus der Schule – Ein Kind verschwindet aus meiner Klasse und keiner ist zuständig die Direktion zu informieren. „Es ist nicht vorgesehen, die Schule zu informieren.“
Eine Regierung spricht und diskutiert über die Chancengleichheit von Kindern im Kontext Schule und genau die gleiche Regierung schiebt Kinder über Nacht ab in ein Land, in dem sie keine Chancen haben.
Eine Bundesministerin schickt Projektausschreibungen an alle Schulen Österreichs „Fairness Award 2010 – Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt“ Frau Bundesministerin, ich bin Lehrerin und ich finde solche Projekte gut und richtig, doch mal ehrlich- in diesen Tagen – empfinde ich diese Einladung in meinem Schulpostfach schlicht als Hohn.
Auch Bernard, mein Schüler, arbeitete an einem Projekt „Eigenständig werden „. Ein Projekt zur Gewaltprävention. Seit der 1. Klasse arbeiten wir daran. Jetzt in der 3. Klasse bleiben geschockte Kinder und Lehrer zurück, weil ein Mitschüler geholt und eingesperrt wird. Da fällt mir das Lied von Pink ein – …how do you feel when a child has no chance to say good by….
Wie fühlen Sie sich Frau Innenministerin, wenn Sie auf einen Brief mit einer Floskel antworten lassen, die gar nicht zum Inhalt des Briefes passt? Werden wir da für dumm verkauft?
Dominik (9Jahre) aus meiner Klasse bringt es auf den Punkt: „Als ich gehört habe, dass Bernard weg musste, war ich sehr erschrocken, weil ich dachte, dass Österreich ein sicheres Land wäre“
Herr Bundespräsident - die Kinder die zurückbleiben, lassen solch unmenschliche Aktionen nicht unberührt. Nicola( 8Jahre) meint:“ Als ich das mit Bernard erfuhr, hatte ich nur eins im Kopf- ein NEIN“ Peter (9Jahre):“ Wenn man das nicht weiß, dass man geholt wird – wenn man das nicht weiß, ist es, als wenn einem das Abendbrot vom Tisch geschoben wird.“ Klara: (8Jahre)„Ich finde es ungerecht, was man mit Kindern machen kann.“ Christian (9Jahre): Aber der Bernard macht doch niemandem was und er war schon so lange da.“ Ich, die Klassenlehrerin, fühle mich traurig, erschüttert und beschämt, was Erwachsene Kindern antun können. Ich vermisse Bernard. Ich bin auch tief betroffen als Mutter von 2 Söhnen, die mit den Brüdern von Bernard Fußball spielten. Schön langsam stellt sich aber auch der Zorn, die Wut ein- wie kann es das geben in Österreich- wie ist das möglich, dass hier täglich Abschiebungen passieren, die mit Menschenwürde oder Kinderrechten überhaupt nichts zu tun haben.
Der Fall Karrica gehört neu bewertet – schaffen Sie einen Präzedenzfall ! Christine Pfaehler |